Krise der modernen Heilkunst Mehr sinnorientiere Medizin wagen

Unser Gastautor ist Medizinprofessor. Doch er fordert ein radikales Umdenken bei Therapie-Entscheidungen und in der medizinischen Wissenschaft.

Peter Paul Nawroth
Wie steht es um die Medizin? Nicht gut. Das sage ich als Mediziner. Zwar sind Ärzte, Pfleger und Erfolge der Therapie in Deutschland besser als ihr Ruf. Auch Pharmafirmen sind mehr an medizinischen Fortschritten und weniger an Korruption der Ärzte interessiert, als oft vermutet wird. Aber trotzdem fährt die moderne Medizin gegen eine Wand.

Denn wenn sie das Erfüllen ihrer Regeln für wichtiger hält, als dem Patienten zu nützen, dann hat sie ihr Ziel aus den Augen verloren.

Dann hat sie ihren Sinn verloren.

Moderne Medizin, das ist vor allem evidenzbasierte Medizin (EbM). Ihr Prinzip ist, dass nicht der „Halbgott in Weiß“ – die Eminenz – nach Gutdünken eine Therapie verordnen kann, sondern dass Fakten, Studien, harte Daten – die Evidenz also – Grundlage für eine Therapie sein müssen.

Interessen, aber nicht die des Patienten

Was soll daran falsch sein? Nichts, solange die Fakten auch wirklich hart und universell gültig sind zumindest. Doch schon das ist alles andere als selbstverständlich. Und vielerorts ist aus der EbM eine IbM geworden, eine interessenbasierte Medizin. Und das ist ein großes Problem. Denn um die Interessen der Patienten geht es da meist nicht.

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen.

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